#

Rembrandt Harmenszoon van Rijn - Ein Meister der Licht-Schatten-Komposition

Nils Boll Kommentare: 0 May 31, 21

Foto: Peace Moon von Hugo Martinez Acuna - JETZT kaufen!

 

Wie sehr Kunst sich verändert und entwickelt, beweist sich vor allem im Rückblick.

Neben zeitgenössischen Werken und ihren Schöpfern präsentiert GaGaGallery auch Informationen zu älteren Meistern des Metiers. Erfahre hier, wie Rembrandt seinen unverwechselbaren Stil gefunden und in der Kunstszene etabliert hat:

Rembrandt am Beginn seiner Karriere
Rembrandt kam als Sohn eines Müllers und einer Bäckerstochter zur Welt. Er besuchte die Grund- und Lateinschule seines Geburtsorts Leiden und nahm zusätzlich Rhethorik-Unterricht. Der Wunsch Kunstmaler zu werden reifte während eines Philosophie-Studiums, das Rembrandt abbrach um eine Ausbildung beim Historienmaler Jacob van Swanenburgh zu beginnen. Der war bereits mit seinen Höllen-Szenarien bekannt geworden und soll dadurch den Stil seines Schülers geprägt haben.

Unter den frühen Arbeiten Rembrandts finden sich zahlreiche Radierungen und Aquarelle, die Momentaufnahmen alltäglicher Szenen zeigen. Auf seinen ersten Ölgemälden bildete er dagegen gern biblische und mythologische Motive ab, die im Vergleich zu später entstandenen Werken eine befremdlich wirkende Farbigkeit zeigen.

Rembrandts Weg zum Ruhm
Einem zufälligen Besucher seiner Werkstatt gefielen diese Bilder so gut, dass er Rembrandt weiterempfahl und ihm mehrere lukrative Aufträge vermittelte. Dadurch gelangten zwei religiös geprägte Werke an den englischen Königshof - und machten den jungen Künstler schlagartig bekannt.

Beflügelt von diesem Erfolg siedelte er um in das politisch und kulturell blühende Amsterdam. Hier entwickelte sich Rembrandt zu einem gefragten Porträt-Maler, der mit "Die Anatomie des Dr. Tulp" ein aufsehenerregendes Meisterwerk ablieferte. Es gilt heute als Paradebeispiel für verschleiernde Aussagen. Vor allem aber war es das erste Werk, auf dem Rembrandt sein späteres Markenzeichen anwandte: die "Beleuchtung" markanter Bild-Details, in der Fachsprache Chiaroscuro genannt.

Rembrandt privat
Das Original hängt im Mauritshuis von Den Haag, das die größte und bedeutendste Sammlung von Rembrandt-Gemälden besitzt. Auf einigen taucht die scheinbar immer gleiche Person auf: Saskia van Uylenburgh, die Ehefrau des berühmten Barock-Künstlers. Sie saß ihrem Mann häufig Model, wurde dabei aber nur selten als "sie selbst" gezeigt.

Vielmehr ließ Rembrandt sie in unterschiedlichste Verkleidungen schlüpfen, um immer wieder neue Figuren für Einzel- oder Gruppenbilder zu erschaffen. Mal war Saskia Schäferin, mal Hure, mal griechische Nymphe. Keine Rolle aber füllte sie so gut aus wie die des geliebten Weibes.

Rembrandt vergötterte seine Partnerin und ließ es ihr an nichts fehlen. Das Geld für die zahlreichen teuren Geschenke an seine Frau verdiente er jedoch nur partiell. Den größten Teil entnahm der Künstler Saskias Erbe. Nachdem es innerhalb kurzer Zeit nahezu aufgebraucht war, warf ihm die Familie Verschwendung vor - was den beleidigten Rembrandt zu einer gerichtlichen Klage veranlasste.

Es war nicht der einzige Prozess, in den er sich verstrickte. Neben seiner ehemaligen Haushältern zitierte ihn auch der Kirchenrat vor Gericht - denn Rembrandt hatte nach Saskias Tod in wilder Ehe gelebt und seine junge Magd geschwängert. Zudem standen immer mehr Gläubiger vor der Tür seines prunkvollen Hauses.

Rembrandt im Alter
Die einst unerschöpflich wirkende Schaffenskraft des Hell-Dunkel-Meisters ließ immer weiter nach. Statt aufwändiger, kräftezehrender Ölbilder verkaufte er nun seine alten Radierungen und musste in eine preiswertere Wohngegend umziehen.

Hier führte der einstige Shooting-Star ein recht bescheidenes Leben; war bei den Größen des Barock aber immer noch hoch angesehen. Seine letzten Werke bilden eine Reihe von Selbstporträts. Sie zeigen den körperlichen Verfall Rembrandts so, wie er lebenslang gemalt hat - wahrheitsgetreu und mit einem gewissen Augenzwinkern.

Kommentare:0

Schreibe einen Kommentar